Geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Gornau und seinen Ortsteilen Dittmannsdorf und Witzschdorf

Gemeinde Gornau

Gornau (420 - 470 m ü. NN) ist ein erzgebirgisches Waldhufendorf. Es zählt 2.300 Einwohner und liegt ca. 15 km südöstlich von Chemnitz und 3 km von Zschopau entfernt im Freistaat Sachsen. An bei den Seiten des Ortes, den der gleichnamige Bach durchfließt, steigt das Gelände leicht an, so dass das Dorf wie in einer Mulde liegt. Das ehemalige Bauerndorf hieß anfangs „Gorn“ (1540). Das ist ein älterer serbischer Geländename zu gorny = bergig.

Die Entstehung des Ortes ist bisher noch unbekannt. Seine Lage an der alten Handelsstraße (Salzstraße), die von Hamburg über Magdeburg - Halle - Leipzig - Chemnitz - Prag nach Triest führte, lässt eine frühzeitige Gründung vermuten. In Gornau findet man den Anfang der Besiedlung im Niederdorf. Der Waldreichtum und der Bach mit seinen Fischen bot sich dafür an. Mitte des 16. Jahrhundert gab es in Gornau 11 Besessene Mann, 7 Gärtner (Kleinbauern) und 11 Anwohner.

Die Entwicklung des Ortes hängt eng mit der schon erwähnten Salzstraße zusammen. Sie brachte im Laufe der Jahrhunderte den Fortschritt ins Dorf. Sie weiß aber auch viel zu erzählen von Not und Elend, die auf ihr bei Kriegszeiten ins Land kamen.

Die ehemaligen Häusleranwesen im Talgrund des Dorfbaches, im Jahre 1764 zählte man schon 36, weisen auf den frühen gewerblichen Charakter des Dorfes hin. Um die gleiche Zeit etwa fasste die Strumpfindustrie in Gornau Fuß. In dem nun am stärksten industrialisierten Dorf der Zschopauer Umgebung wurde die Herstellung von Strümpfen zur wichtigsten Erwerbsquelle. 1936 - 1939 wurden die Siedlungen an der Dittersdorfer Straße, die Försterfeldsiedlung sowie an der Eisenstraße (Kirchensiedlung) gebaut. Im Jahre 1929 fand auf dem seit 1891 bestehenden Friedhof die Einweihung der Kirche statt. In der Quellmulde des Dorfbaches bauten die Gornauer Arbeitssportler nach dem 1. Weltkrieg den Sportplatz, 1925 die Sporthalle und 1930 das Schwimmbad.

Nach dem Zusammenbruch der fast gesamten Industrie des Ortes setzte eine zaghafte Gründung neuer Unternehmen im Dienstleistungs- und Handwerksbereich ein. Seitdem vollzog sich aufgrund der Maßnahmen zur Verbesserung der technischen Infrastruktur (Kanalbau, Wasser, Gas usw.) eine rasante Entwicklung des Ortes. Es entstanden zwei neue Eigenheimsiedlungen, viele Gebäude wurden rekonstruiert und ein Einkaufszentrum mit Baumarkt wurde eingerichtet. Es haben sich etwa 50 Unternehmen der verschiedensten Art in Gornau angesiedelt. Am 01.03.1994 wurden die Orte Dittmannsdorf und Witzschdorf in Gornau eingemeindet.

Ortsteil Dittmannsdorf

Die Anfänge von Dittmannsdorf sind eng mit der bäuerlichen Besiedelung des Erzgebirges und seines Vorlandes in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts verbunden. Im Laufe der Jahrhunderte hat es verschiedene Namen für dieses Dorf gegeben, wie z.B. Dietsdorf, Dittsdorf oder auch Dittmarßdorf. Die erste Urkunde über Dittmannsdorf besagt, dass ein Herr von Rechbergk den Ort im Jahr 1320 an das Chemnitzer Benediktinerkloster verkaufte. Hier verlief die einstige Grenze des Benediktinerlandes und man hat von den Durchreisenden Zoll eingenommen. Dies lohnte sich, da einer der alten Böhmischen Steige Dittmannsdorf durchquerte. Er wird bereits 1174 in einer Urkunde des Klosters Zschillen (Wechselburg) erwähnt und verlief von Halle über Rochlitz, Ebersdorf, Hilbersdorf, Adelsberg, Kleinolbersdorf, Altenhain, Dittmannsdorf und führte weiter über die Götzhöhe und Zschopau nach Böhmen.

Dittmannsdorf liegt in einem Nebental der Zschopau, welches durch den Dorfbach, auch Dörnitz genannt, durchzogen wird. Der Dorfbach hatte in vergangenen Zeiten eine große Bedeutung Nach der Besiedelung kam es beim weiteren Ausbau des Dorfes zur Entstehung von Brettmühlen. Drei davon gab es bereits 1600. Dittmannsdorf gehört zu den ältesten und schönsten Waldhufendörfern des sächsischen Erzgebirges. Aus diesem Grund wird es im Volksmund auch als "Klein Tirol" bezeichnet.

In den letzten Jahren wurde in Dittmannsdorf viel Neues geschaffen. Heute gibt es zahlreiche Vereine, welche das kulturelle Leben wesentlich gestalten.

Ortsteil Witzschdorf

Witzschdorf liegt zirka 17 km südlich von Chemnitz und 2 km nördlich von Zschopau entfernt. Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung selbst als Wiczdorff (Dorf der Williger) stammt von 1445 und betrifft das damalige Vorwerk, welches 1551 als Rittergut bezeichnet wurde. Die ursprünglich festgelegten Grenzen sind bis heute nahezu erhalten geblieben. Die Bebauung erstreckt sich im Wesentlichen am östlichen Hang zur Zschopau. Durch das steil abfallende Gelände besitzt der Charakter des Ortes eine gewisse Besonderheit. Die Hufen der ursprünglich 18 und durch Teilung auf 27 vermehrten Güter reichten nach Norden bis ins Zschopautal, das auch im Osten die Gemarkung begrenzt, südlich bis ins Truschbachtal und westlich bis ins Tal des Gornauer und Dittmannsdorfer Baches.

Zu den schönsten Aussichtspunkten gehört die Götzhöhe. Von hier blickt der Wanderer nach Süden zum Fichtel-, Keil- und Pöhlberg, zum Bornwald, nach Hohndorf und Krumhermersdorf. Im Osten betrachtet man Waldkirchen und die mächtige Augustusburg. Im Norden liegt Erdmannsdorf und das Flöhaer Becken mit seinen Höhenzügen, im Westen Gornau und das Schwarze Holz. Vom Hahnfelsen in der Mörbitz sieht man den gesamten Ort mit seiner schönen Kirche und den vielen liebevoll hergerichteten Häusern.

Die Bewohner von Witzschdorf beschäftigten sich in den vergangenen Jahrhunderten neben Ackerbau mit Bergbau, über den allerdings keine amtlichen Unterlagen vorhanden sind, sowie mit Lohnfurten. Dicht neben der heutigen Zschopaubrücke, einer ursprünglich gedeckten Holzbrücke, befand sich 1622 eine Mühle. Diese wurde vom damaligen Ortsrichter erbaut, um den Bauern den Weg zur Waldkirchener Mühle zu ersparen. 200 Jahre später errichtete hier ein Chemnitzer Kaufmann eine Spinnerei. 1872 entwickelte sie sich zur Aktiengesellschaft "Sächsische Nähfadenfabrik".

Während sich Gornau zu einem modernen Industriedorf entwickelt hat, blieb in Dittmannsdorf und Witzschdorf der überwiegend ländliche Charakter erhalten. Diese beiden Orte eignen sich somit besonders für Wanderungen in die schöne, waldreiche Umgebung. Von hier aus können Sie auf gut ausgeschilderten Wegen, z.B. auf dem Kammweg bis nach Augustusburg oder auf dem Sternmühlental nach Kleinolbersdorf wandern. Ebenfalls durch unsere Gemeinde führt der Zschopautalwanderweg. Wer kürzere Strecken bevorzugt kann den Kleinen, Mittleren und Großen Rundweg um Dittmannsdorf wagen. Von vielen Stellen aus haben Sie einen herrlichen Ausblick auf das Erzgebirge währenddessen die einzelnen Dörfer mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten locken. Alte Fachwerkhäuser, Dreiseitenhöfe und besonders die Kirchen in Dittmannsdorf und Witzschdorf sind sehenswert.

Wer sich sportlich betätigen, oder aber auch erholen möchte, kann im Sommer das Gornauer Freibad besuchen. Zahlreiche Vereine sorgen für ein abwechslungsreiches und interessantes Leben in der Gemeinde. Stellvertretend seien hier nur einige genannt. So gibt es in allen drei Orten Freiwillige Feuerwehren, die auf eine lange Tradition zurückblicken können. Weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist die Witzschdorfer Blaskapelle. In vielen Sportvereinen, ob Fußball, Judo, Turnen oder Wandern, können sich die Bürger aktiv betätigen und in den Kleingartenvereinen Erholung finden. Die Pflege des erzgebirgischen Brauchtums und die Gestaltung vieler Veranstaltungen für die Bürger und Gäste ist das Anliegen des Heimatvereins Dittmannsdorf.

Über das Jahr verteilt finden in der Gemeinde zahlreiche Volksfeste, wie z. B. Kinderfeste, Karnevalsveranstaltungen, das Badfest, Vereinsfeste, Volksliedersingen, Kirmes, Weihnachtsmärkte und vieles mehr statt, zu denen wir Sie gern als Gäste begrüßen würden. Besonders in der bevorstehenden Weihnachtszeit können Sie den Zauber des Erzgebirges hautnah miterleben. In allen Fenstern leuchten Schwibbögen und Lichterketten, Pyramiden drehen sich, es duftet nach Weihnachtsgebäck und Tannengrün. Räuchermännchen, Lichterengel und Bergmänner werden aufgestellt. Auf verschneiten Wanderwegen genießen Sie die Stille und finden Ruhe und Entspannung in der Natur. Ein Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit ist unser Weihnachtsmarkt am 1. Adventswochenende in Gornau, zu dem wir Sie ganz herzlich einladen. Unsere Gemeinde eignet sich ebenfalls ausgezeichnet als Ausgangspunkt für sehr viele Ausflugsziele, wie z. B. die Stadt Zschopau, die Augustusburg und die Burg Scharfenstein. Ein Hotel, gemütliche Pensionen und zahlreiche Gasstätten sorgen dafür, dass Sie sich bei uns wohl fühlen.